Einfarbstar

Sturnus unicolor

Der Einfarbstar

Sturnus unicolor (Temminck, 1820)

Thomas Wendt (AZ 31240)

 

EngIisch:         Spotless Starling

Spanisch:       Estornino negra

Franzosisch:   Etourneau unicolore

ltaIienisch:      Storno nera

Holliindisch:    Zwarte Spreeuw

 

                       

             Star                                                         Einfarbstar  Rückenansicht  

 

                                                                                    Einfarbstar                                                                                  

 

Schon mehrere Jahre halte und züchte ich Rosenstare (Sturnus roseus, Linne. 1758). Seit kurzem auch den Star (Sturnus vulgaris, Linne, 1758) in Mutation. Neben diesen beiden von mir gepfleg­ten Arten kommt in Europa als dritte Starenart der Einfarbstar Sturnus unicolor (Temminck. 1820) vor. Ihn habe ich noch nicht gepflegt, aber bereits bei Züchtern gesehen. Während unseres Familienurlaubs in Tunesien im Frühjahr 2009 konnte ich den Einfarbstar aus nächster Nahe beobachten. In dem vorliegenden Artikel möchte ich den Einfarbstar in einem Steckbrief vorstellen.

 

Beschreibung

Einfarbstare ähneln sowohl von der Größe als auch vom Aussehen her. sehr stark den Staren (Sturnus vulgaris]. Gerade aus größerer Entfernung können beide Arten durchaus verwechselt werden. Einfarbstare sind etwa 21 bis 23 cm lang. Im Prachtkleid zeigen Einfarbstare keine Fleckung. Sie sind einfarbig schwarz und schillern, je nach Sonneneinstrah­lung, purpurfarben. Das Gefieder erscheint wie eingeölt glänzend. Die Weibchen zeigen einen grauen Anflug. Im Winter ist die Gefiederfärbung matter. Das Gefieder im Rücken- und Brustbereich sowie die Unterschwanzdecken haben zu dieser Zeit kleine, helle Flecken. Die Beine und Füße sind rasafarben. Der Schnabel ist im Prachtkleid gelblich mit blauer Basis. lm Ruhekleid sind die Beine, Füße und der Schnabel dunkel. Am Kopf und an der Keh­le haben die Einfarbstare deutlich längere Federn als der Star. Jungvögel sind bräunlich gefärbt. Auf der Unterseite sind kleine, dunkle Flecken zu erkennen.

Sollte der Züchter seine Vögel an den auI3eren Merkmalen nicht sicher nach Geschlechtern bestimmen können, sollte eine Ge­schlechtsbestimmung per DNA-Analyse durchgeführt werden. Dazu kann ich das Institut für Molekulare Diagnostik Bielefeld (Tel.: (05 21) 88 06 66, Fax: (05 21) 88 68 08, info@geschlechtsbestimmung.de empfehlen.

 

Vorkommen/Lebensraum/ Fortpflanzung/Nahrung/Zug

Einfarbstare kommen in Spanien, Portugal, Nordwestafrika, Südwestfrankreich sowie auf Korsika, Sizilien und Sardinien vor. Sie sind in Städten, in Dörfern, auf Kulturland und auf Weideland zu finden. Gerne werden Gärten, Parkanlagen, Olivenhaine, Felsen, Klippen sowie lichte Wälder und Waldränder bewohnt. Die Brutzeit fällt in die Monate April bis Juni. Es werden eine, manchmal zwei Bruten durchgeführt. Als Höhlenbrüter legen Einfarbstare ihre Nester in und an Gebäuden, in Bäumen, in Fel­sen und Klippen an. Als Nistmaterial werden u. a. trockenes Gras, Zweige, Moos, Haare und Federn verwendet. Es werden vier bis sechs Eier gelegt, die etwa zwei Wochen bebrütet werden. Nach dem Schlupf verblei­ben die Jungen noch bis zu drei Wochen im Nest. Die Jungvögel werden von beiden Altvögel versorgt. Wie auch beim Star ist das Nahrungsspektrum beim Einfarbstar sehr weitläufig. Neben In­sekten und deren Lar­ven, wirbellosen Kleintieren (z. B. Tau­würmer) und Spinnen­tieren, werden auch Obst und Beeren ver­zehrt. Einfarbstare sind Standvögel.

 

Einfarbstare in Menschenobhut

Einfarbstare sollten in geräumigen Gartenvolieren mit anschließendem Schutzhaus untergebracht werden. Eine nicht zu dichte Bepflanzung sorgt für Versteck- und Rück­zugsmöglichkeiten. Es sollten verschiedene Nisthöhlen ange­boten werden (Holz, Holzbeton). Ein nicht zu feines Weichfutter (z. B. ALECKWA) sowie Mehlkäferlarven, Pinkies, Heimchen, Obst und Beeren gehören auf den Speiseplan von Sturnus uni­color. Eine Vergesellschaftung dürfte auch mit kleineren Arten möglich sein.

 

Ausklang

Einfarbstare sind sicherlich interessante Pfleglinge. Leider ist der Bestand in Menschenobhut nicht allzu groß. Teilweise ist bei dies er Art Polygamismus festgestellt werden. Bei Zuchtversuchen sollte es gewagt werden, ein Männchen mit zwei Weibchen zusammenzusetzen.

 

Aufgrund des geringen Vorkommens in Menschenobhut, müssen die Züchter unbedingt zusammenarbeiten und Einzelvögel zu­sammenfuhren, damit diese Art in Menschenobhut erhalten bleibt.

 

Literatur

LIMBRUNNER, BEZZEL, RICHARZ, SINGER: EnzykIopädie der BrutvögeI Europas, Franck-Kosmos-Verlag GmbH & Co., Stuttgart, 2001. – AZ-­VOGELLEXIKON

 

         

Mit Nistmaterial                                                      Rosenstar

 

    

Futter tragend                                                        Am Eingang zur Bruthöhle

 

Bei der Futtersuche

 

Als Bruthöhle dient der Abfluss eines Balkons.

 

Wir bedanken uns bei Thomas, dass wir seinen Bericht und die Fotos hier veröffentlichen dürfen.

 

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